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Nachwuchs für die Technik – aller Anfang ist Spass

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Ehemalige Ingenieure und Informatiker zeigen Kindern, dass Technik Freude macht, und nutzen dabei ihre Erfahrung und Leidenschaft – eine Idee mit Potenzial. Um dieses auszuschöpfen, hilft auch die Berner Fachhochschule BFH mit.

Mit spitzen Lippen und dicken Backen bläst Roashan an das kleine Papierwindrad. Gerade mal siebenjährig, hat er es selbst gebastelt, und nun gilt es, sein Werk zu testen. Und tatsächlich: Es dreht! Er hat den Bau seines ersten Windrades erfolgreich abgeschlossen.
Roashan ist bereits in seinen jungen Jahren von der Welt der Technik begeistert. Diese Begeisterung kann er zusammen mit sieben anderen Kindern jeden Mittwochnachmittag bei Christian Perron ausleben. Perron ist pensionierter Informatiker und bietet mit zwei Kollegen im Schulhaus Konolfingen Technikworkshops an. Diese sind Teil einer Bewegung namens Swiss Imagineering. Die Idee: Ehemalige Ingenieure und Informatiker teilen ihre Passion für Technik mit Kindern bis elf Jahre. Damit wollen sie auch einen Beitrag leisten, um den Fachkräftemangel in den technischen Bereichen zu bekämpfen. Denn die grosse Nachfrage der Kinder – übrigens auch der Mädchen – zeigt: Interesse ist vorhanden. Doch damit auch möglichst viele Kinder eine entsprechende Laufbahn einschlagen, müssen sie sich für die Technik begeistern und Selbstvertrauen tanken können.

Immer etwas nach Hause nehmen
Genau hier setzt Swiss Imagineering an. Zwar stellen meist Schulen die Infrastrukturen zur Verfügung, doch die Kinder besuchen die Workshops in ihrer Freizeit, und die Coaches betreuen sie ehrenamtlich. Das ermöglicht ein ungezwungenes Ambiente, bei dem Spass, Anekdoten und das praktische Arbeiten im Vordergrund stehen. «Am meisten Freude », schwärmt Roashan, «habe ich daran, dass ich jeweils etwas basteln und nach Hause nehmen kann, zum Beispiel einen Drachen.» Spannendes gelernt habe er aber auch schon viel, beispielsweise wie man mit Wind seine eigene Laufgeschwindigkeit misst.

Der siebenjährige Roashan testet sein selbst gebasteltes Windrad,
Christian Perron – ehemaliger Informatiker – hilft ihm dabei.

Auf der Suche nach Verstärkung
Die Idee des Imagineering brachte Gerhard Schmidt, selbst pensionierter Ingenieur in Maschinenbau, vor sechs Jahren aus England in die Schweiz. Mittlerweile hat er im Grossraum Baden, und mit Unterstützung der BFH auch im Kanton Bern, total bereits über zehn gleichgesinnte Coaches gefunden. Doch um das grosse Potenzial noch besser auszuschöpfen, ist das Team auf der Suche nach Verstärkung. Dabei hilft die BFH aktiv mit. Ziel ist schliesslich, dass in möglichst vielen jungen Leuten wie Roashan ein Feuer für die Technik lodert. Roashan weiss jedenfalls schon genau, was er dereinst werden möchte: Informatiker – oder aber Fussballstar.