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Special Week: Gemeinsam Grenzen überschreiten

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Die Special Week – ein interdisziplinäres Lehrgefäss des Departements Architektur, Holz und Bau der BFH – bietet den Studierenden aus den drei Fachbereichen die Gelegenheit, Klischees und Vorurteile aus dem Weg zu räumen, vom Fachwissen anderer zu profitieren und den eigenen Horizont zu erweitern. Das Konzept funktioniert, wie das Projekt «Zusammengewürfelt » zeigt. Eine ehemalige Bachelorstudentin berichtet.

Interdisziplinarität
Bereits die ersten Treffen im Rahmen der Special Week machten deutlich, dass sich die Studierenden primär innerhalb der eigenen Fachrichtung kennen. Dies änderte sich schnell. Es galt, in kleinen, gemischten Gruppen zum Thema «Holz statt Zement: Alternativen für das Bauen in Etappen in Schwellen- und Entwicklungsländern» gemeinsam Projekte zu entwickeln.
Drei Studierende mit unterschiedlichem Wissen, verschiedenen Denk- und Vorgehensweisen trafen sich an einem Tisch, um gemeinsam zu diskutieren und ein Projekt zu entwerfen. Wie auch im späteren Berufsalltag, wo unterschiedliche Fachrichtungen aufeinandertreffen, galt es, sich zu koordinieren, abzusprechen und nicht nur die eigenen Absichten zu verfolgen. In Teamarbeit mit verschiedenen Meinungen umgehen zu können, Rücksicht zu nehmen sowie die eigenen Stärken einzubringen, ermöglicht ein ganzheitliches Projekt, bei dem alle Aspekte Beachtung finden.

Zum Vergrössern klicken | Das Projekt Zusammengewürfelt» im Modell: Mit einer einfachen Holzkonstruktion Menschen in Entwicklungsländern die Möglichkeit bieten, einzelne Wohnmodule selbst aufzubauen.

Das Projekt «Zusammengewürfelt» ist ein Ergebnis dieser speziellen Woche. Es verfolgt das Ziel, mit einer einfachen Holzkonstruktion Menschen in Entwicklungsländern die Möglichkeit zu bieten, einzelne Wohnmodule selbst aufzubauen. Hierzu erstellte die Gruppe eine Anleitung, die den Partnern vor Ort einen simplen Aufbau ermöglichen soll. Mit einfachen Würfeln entsteht ein Grundgerüst, das dann in den Entwicklungsländern mit regionalen Materialien beplankt wird. Zu einem späteren Zeitpunkt – und je nach finanziellen Möglichkeiten – könnten weitere Würfel ergänzt werden. Entsprechend den Platzverhältnissen auf dem Grundstück und den Wohnungswünschen der Menschen können so ganz individuelle Grundrisse entstehen.

Interkulturelle Kompetenz
Mit dem Entwurf sollten die selbst definierten Eckpunkte, wie etwa Etappierung, hohe Flexibilität oder Individualität, eingehalten werden. Denn bereits anlässlich der Vorbereitungsnachmittage im Vorfeld der Special Week informierten Fachleute über die Schwierigkeiten bei Projekten in Entwicklungsländern. Sie zeigten auf, wie stark die Ansichten, Gewohnheiten, Traditionen und Kulturen in anderen Ländern Einfluss haben auf die Architektur und deren Akzeptanz in der Bevölkerung.
Die Studierenden konnten sich an diesen Vorbereitungsnachmittagen viel Hintergrundwissen aneignen und mögliche Probleme bei internationalen Projekten kennenlernen. So war es ein wichtiges Anliegen, die sozialen, ökonomischen und ökologischen Aspekte in den Entwurf einfliessen zu lassen.
Die Special Week ist besonders interessant, weil sie einen starken Praxisbezug hat. Gilt es doch, konkrete Lösungen für Probleme in Entwicklungsländern zu finden. So entstanden innovative Ansätze, weil Studierende mit unterschiedlichen Ausbildungen ein gemeinsames Ziel anstrebten und so lernten, wie Menschen in anderen Bereichen denken, handeln und arbeiten.

«Holz statt Zement» | Video