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Weiterbildung und Forschung fördern gemeinsam die Interaktion mit der Praxis

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Praxis und Forschung begegnen sich an der Berner Fachhochschule BFH auch im Rahmen von Weiterbildungsaktivitäten. Denn BFH-Weiterbildungsangebote basieren grundsätzlich auf Forschungserkenntnissen. Dadurch gewinnen die Teilnehmenden einen Wissensvorsprung. Über ihre Referate resp. ihren Unterricht gelangen die Forschenden in engen Kontakt mit den Fachleuten aus der Praxis. Eine klassische Win-win-Situation für alle.

Forschung, Weiterbildung und Praxis – Hand in Hand

Praxis, Forschung und Weiterbildung sind an Fachhochschulen eng miteinander verbunden, und die einzelnen Elemente beeinflussen sich gegenseitig.  Über den Kanal der Weiterbildung können, unter Berücksichtigung der gebotenen Vertraulichkeit, rasch Elemente aus der Forschung in die Praxis fliessen – und umgekehrt. Dies geschieht via die involvierten Personen, also durch Forschende, die in der Weiterbildung unterrichten, und durch Weiterbildungsteilnehmende aus der Praxis. Oder thematisch, beispielsweise in Form von Fallstudien aus der Forschung oder via forschungsbasierte Thesen auf CAS- oder MAS-Ebene. Darüber hinaus zielen die Weiterbildungsgefässe darauf ab, den Teilnehmenden eine «forschende Haltung» zu vermitteln. Das heisst, die Dozierenden präsentieren und  übersetzen nicht einfach nur die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse, sondern fördern den kritischen Diskurs unter den Weiterbildungsteilnehmenden.

Von einer engen Zusammenarbeit der verschiedenen Bereiche profitieren alle involvierten Akteure:

  • Die Weiterbildung: Durch ihren Forschungsbezug beruht die Weiterbildung auf den neuesten fachlichen und wissenschaftlichen Entwicklungen. Sie hebt sich vom «State of the Art» und dem in Lehrbüchern vermittelten Wissen ab. Die Fachhochschule kann sich dadurch in der Weiterbildung von anderen Weiterbildungsanbietern, die keine forschungsbasierten Studiengänge anbieten, klar abgrenzen.
  • Die Forschung: Forscherinnen und Forscher, die in der Weiterbildung unterrichten, haben die Möglichkeit, ihre Kontakte mit Teilnehmenden – sie kommen mehrheitlich aus der Praxis – zu pflegen und auszubauen und so ihr Netzwerk mit Praxispartnern zu stärken.
  • Die Praxis: Die Praxispartner erhalten ein auf ihre Bedürfnisse abgestimmtes Angebot in Forschung, Aus- und Weiterbildung «aus einer Hand». Nach dem Abschluss ihres Studiums verfügen die Weiterbildungsteilnehmenden über ein fundiertes Wissen, beherrschen das wissenschaftliche Arbeiten und können sich jederzeit neues Wissen aneignen.
Internationaler Erfahrungsaustausch öffnet Horizonte: MAS-/EMBA-Studierende diskutieren mit indischen Software-Ingenieuren bei Cognizant in Pune, Indien.

Weiterbildung an der BFH – Beispiele

Die BFH bietet ein breites Feld von Weiterbildungsmöglichkeiten an. Dieses reicht von einem CAS-Studiengang in «Accounting and Finance» über ein DAS in «Leadership» bis zu einem EMBA in «Ökonomie und Management im Gesundheitswesen». Auf der Datenbank im Internet werden derzeit über 230 Angebote aufgelistet. Je nach Angebot und Bereich weisen sie eine unterschiedlich starke Forschungsbasierung  auf.

Forschungsbasierte Weiterbildung Beispiel CAS Wood-Based Panels

Eng verknüpft mit der Forschung und der Praxis ist beispielsweise der Weiterbildungsstudiengang «CAS Wood-Based Panels». Es handelt sich um ein Angebot des BFH-Departements Architektur, Holz und Bau, BFH-AHB, mit internationaler Ausstrahlung. Die Verbindung von Grundlagen- und Praxiswissen wird durch BFH-interne und -externe Referenten sichergestellt. Nach seinem Start an der Universität Hamburg 2005 wurde das Kursangebot an der BFH konsequent weiterentwickelt und zu einem weltweit einmaligen CAS ausgebaut. Entsprechend international präsentiert sich der Kreis der Teilnehmenden. Darüber hinaus hat sich der Weiterbildungsstudiengang durch den engen Kontakt mit der Praxis auch zu einem Wegbereiter für internationale Forschungsmandate und nationale KTI-Projekte (finanziell von der Kommission für Technologie und Innovation KTI unterstützt) entwickelt.

Wissens- und Technologietransfer WTT: Beispiel Holzbautag Biel

Der Transfer von der Forschung in die Praxis erfolgt auch über Weiterbildungsveranstaltungen wie Kongresse oder Fachtagungen. Mit dem Holzbautag Biel veranstaltet die BFH-AHB die bedeutendste Fachtagung der Holzbaubranche der Schweiz. Ziel der zweitägigen Veranstaltung ist es, den wissenschaftlichen Erfahrungsaustausch zu fördern, einen umfassenden Einblick in den Markt zu geben und eine Plattform für Diskussionen rund um das Thema Holzbau und Architektur mit Holz zu schaffen. Über 380 Personen, vorwiegend aus der Praxis, nahmen 2017 am zweisprachigen Anlass teil.

Holzbautag Biel: Transfer des Wissens von der Forschung in die Praxis

Departementübergreifende Weiterbildung: Beispiel CAS Data Visualization

Forschungsbasiertes Wissen und Know-how aus den verschiedenen Departementen werden an der BFH gezielt genutzt, um interdisziplinäre Weiterbildungsstudiengänge zu entwickeln. Ein Beispiel hierfür ist der Studiengang «MAS Data Science» im Departement Technik und Informatik, BFH-TI: Für das Modul «Datenvisualisierung» bringt die Hochschule der Künste Bern BFH-HKB-Fachexperten aus Informatik und Communication Design verschiedener Departemente zusammen und schafft so ein schweizweit einzigartiges Weiterbildungsangebot an einer Fachhochschule. Dank der departementsübergreifenden Zusammenarbeit in hochaktuellen Themen der Wirtschaft entwickelte sich der MAS-Studiengang in den vergangenen Jahren auch zu einem Inkubator für neue Projekte in den Bereichen Dienstleistung und angewandter Forschung.

Strategische Zusammenarbeit fördern

Der Mehrwert einer engen Zusammenarbeit von Forschung und Weiterbildung ist erkannt, und die BFH-Leitung hat ihn in der Strategie verankert. Die Verantwortlichen aus den Bereichen Forschung und Weiterbildung der BFH haben eine noch engere Verknüpfung der beiden Leistungsbereiche im Visier und wollen die Synergien noch besser nutzen. An einer gemeinsamen Konferenz der BFH-Forschungs- und -Weiterbildungsverantwortlichen im vergangenen November haben sie hierfür konkrete Handlungsempfehlungen erarbeitet. Diese dienen nun als Grundlage für die weitere Diskussion innerhalb der gesamten BFH.

 

Handlungsempfehlungen zur Nutzung von Synergien zwischen Forschung und Weiterbildung – eine Auswahl

  • Resultate aus Forschungsprojekten stärker in Weiterbildung integrieren, Zeitfenster für die Präsentation von Forschungsergebnissen einplanen
  • Höheren Anteil an Dozierenden anstreben, die sowohl in Forschung als auch in Weiterbildung tätig sind
  • Praxispartner aus Forschungsprojekten in Weiterbildung einbinden
  • Weiterbildung im Leistungsauftrag der Forschungsinstitute und -zentren verankern
  • Weiterbildungsangebote im Internet auch über die Forschungsinstitute und -zentren kommunizieren