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Natur beobachten und nachahmen

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Die Natur kann es am besten, dafür ist Kalifornisches Zedernholz der Beweis. Seit hundert Jahren favorisiert Caran d’Ache die Holzart in der Bleistiftherstellung. Woher kommt ihre Perfektion? Wie können wir diese Qualitäten erreichen, ohne eine exotische Art importieren zu müssen?

Erleben Sie es selbst: Spitzen Sie einen Caran d'Ache-Bleistift und achten sie darauf, wie einfach das geht. Der Bleistift gleitet perfekt auf der Klinge, die Bleistiftspäne sind aus einem Stück und die Spitze ist perfekt zentriert. Einer der Gründe für diese Perfektion liegt in der als Rohstoff verwendeten Holzart: der Kalifornischen Zeder. Nach dem Trocknen und Schneiden in Bretter wird dieses Holz mit einer geringen Menge an Wachsen und Pigmenten imprägniert. Um in den Werkstätten von Caran d’Ache bearbeitet zu werden, legt das Holz die weite Strecke von Kalifornien nach Thônex bei Genf zurück. Die Kalifornische Zeder ist zwar als Holzart perfekt geeignet, um Bleistifte herzustellen, sie hat jedoch auch Schwachstellen und ihr Import birgt auch Nachteile: Die Qualität des Holzes variiert, die Art ist empfindlich gegenüber bestimmten Schädlingen, der CO2-Abdruck durch Reisen ist hoch und der Transport per Schiff kann das Holz erneut befeuchten, so dass die Stabilisierungszeiten vor der Bearbeitung verlängert werden. Im Rahmen des Innosuisse- Projekts "ModSharp", das in Zusammenarbeit mit Caran d'Ache durchgeführt wird, sucht das Institut für Werkstoff- und Holztechnologie der BFH nach einheimischen Alternativen zur Kalifornischen Zeder. Es soll dabei im Projekt eine Holzart mit der richtigen Anatomie ausgewählt und ein maßgeschneidertes Modifikationsverfahren für Bleistifte entwickelt werden.

Die anatomischen Eigenschaften der kalifornischen Zeder werden im Mikroskopielabor des Instituts für Werkstoffe und Holztechnologie der BFH analysiert.

Die Geheimnisse der Holzanatomie

"Die mikroskopischen Präparate sind fertig, in den drei anatomischen Richtungen des Holzes und für sieben verschiedene Arten von Laub- und Nadelholz. Jetzt muss ich eine große Anzahl von Parametern analysieren", sagt Patricia Granado Sanzovo. Patricia kommt aus Brasilien, ist derzeit Studentin im Master of Science in Wood Technology an der BFH und wissenschaftliche Mitarbeiterin des ModSharp-Projekts. Sie versucht, das Geheimnis der Perfektion der kalifornischen Zeder zu lüften, indem sie alle ihre anatomischen Eigenschaften eingehend untersucht. Unter sieben konkurrierenden Arten gilt es diejenige auszuwählen, die einen Modifikationsprozess am vielversprechendsten durchlaufen kann. Mikroskopische Details werden unter die Lupe genommen: Ringbreite, Zellwanddicke, Anzahl der Zellen in den Markstrahlen, Durchmesser des Lumens, etc. Diese untersuchten Parameter verleihen in ihrer Kombination den Bleistiften ihre einwandfreie Spitzqualität. Die Schnittkräfte hängen auch von der chemischen Zusammensetzung des Holzes und seinen mechanischen Eigenschaften ab. Das Projekt verlässt in Sachen Holzmodifikation den üblichen Weg. Ausnahmsweise geht es einmal nicht darum, die Haltbarkeit der Holzstrukturen zu gewährleisten, sondern perfekt geschliffene Bleistifte aus lokalen Rohstoffen zu gewinnen. Ein «Swiss Made»-Produkt mit einem garantiert kleinen ökologischen Fußabdruck.