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Neues Leben für historische Dorfkerne

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Die typischen, historisch wertvollen Gebäude in Oberwalliser Dörfern werden mit effizienteren Planungsprozessen und einer Reduktion der Umbaukosten mit standardisierten, abgesicherten Lösungen erhalten und einer erneuten Nutzung zugeführt.

In Oberwalliser Dorfkernen gibt es eine Vielzahl von historisch wertvollen und teilweise geschützten, aber ungenutzten Wohn- und Ökonomiegebäuden. Die Eigentümer haben es in den vergangenen Jahren aus Gründen der Wirtschaftlichkeit und des Komforts vorgezogen, in Neubaugebieten zu bauen. Gründe hierfür sind Unsicherheiten im Bewilligungsprozess und hohe Umbaukosten wegen zahlreicher Individuallösungen, die für planende und ausführende Unternehmen zu hohem Beratungsaufwand und grossen Risiken bis zum Bauabschluss führen. Damit ein Zerfall dieser einmaligen Gebäudesubstanz verhindert werden kann, müssen potenzielle Bauherrschaften für eine Aufwertung der Gebäude motiviert werden. Um dies zu gewährleisten, wird im interdisziplinären Innosuisse-Projekt «Gebäudeerneuerung Oberwallis» der beiden BFH-Forschungsinstitute für Holzbau, Tragwerke und Architektur sowie für digitale Bau- und Holzwirtschaft während zweieinhalb Jahren der gesamte Bauprozess auf zwei Ebenen optimiert:

Auf Prozessebene gilt es, die Planungs- und Bewilligungsprozesse in Koordination mit den Gemeinden und Behörden zu vereinfachen und zu vereinheitlichen.

Auf Technikebene erarbeitet das Projektteam standardisierte, abgesicherte Musterlösungen, die den heutigen Anforderungen an die statisch konstruktive sowie energetische Ertüchtigung, die Erdbebensicherheit und den Brand- und Schallschutz gerecht werden. Die Lösungen vereinfachen die Gestaltung sowie die Umsetzung der Umbauvorhaben, ohne Konstruktion sowie architektonische Qualität zu beeinträchtigen.

Mehr Sicherheit und tiefere Kosten
Die mit den Bewilligungsbehörden abgesicherten Prozesse und Musterlösungen führen zu hoher Planungs-und Ausführungssicherheit, zu einem um 30 Prozent reduzierten Beratungsaufwand, zu mindestens 10 Prozent tieferen Umbaukosten je Objekt und dies alles im Endeffekt zu einer steigenden Anzahl realisierter Projekte. Die Anpassungen an heutige Wohnstandards ermöglichen ein Wohnen in den wertvollen Dorfkernen und tragen zum Ausbau des Geschäftsfelds Umbauten/Sanierungen der Projektpartner bei. Ebenso werden sie positive Auswirkungen auf den fürs Oberwallis wichtigen Tourismus und weitere Wirtschaftszweige haben.
Für die Umsetzung des Projekts haben sich als Wirtschaftspartner zwölf regionale Unternehmen zur Arbeitsgemeinschaft «Dorfkernerneuerung Oberwallis» zusammengefunden – aus den Branchen Architektur, Schreinerei, Holzbau, Planung, Metallbau und Gipserei. Die ergänzenden fünf nationalen Partner Fisolan AG, Fermacell GmbH, Pavatex SA, Siga Cover AG und Jomos Brandschutz AG stellen sicher, dass die entwickelten Lösungen über die Grenzen des Wallis auf andere Regionen der Schweiz übertragen werden.