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Open Data für Gemeinden

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Das Bundesamt für Statistik und viele kantonale Ämter sammeln und publizieren eine Fülle von Daten über Gemeinden. Ein Prototyp zeigt auf, wie relevante Daten für eine einzelne Gemeinde einfacher gefunden und präsentiert werden können.

Kennzahlen zur Gemeindesteuerung

Für Gemeindeexekutiven und Verwaltungen sind Zeitreihen von Kennzahlen (z. B. Einwohnerzahl, Veränderung der Altersstruktur, Anzahl Arbeitsplätze) eine wichtige Grundlage, um die Entwicklung der Gemeinde zu verfolgen und sich mit anderen Gemeinden zu vergleichen. Gemeinden müssen aber oft einen erheblichen Aufwand betreiben, um die Daten für solche Zeitreihen und Vergleiche zusammenzutragen und auszuwerten. Obschon Open (Government) Data eine zunehmende Fülle geeigneter und frei verfügbarer Daten verspricht, ist deren Erschliessung häufig mit Hindernissen verbunden. Diese stellen insbesondere kleine und mittlere Gemeinden vor so grosse Probleme, dass sie oft auf die Nutzung dieser wertvollen Datenbestände verzichten.

Vergleich von Altersgruppen am Beispiel der Gemeinden Bern und Wohlen b. Bern

Open-Data-Prototyp

Ein Vorhaben des Institute for ICT-Based Management verfolgt das Ziel, relevante Open-Data-Quellen zu erschliessen und über eine Webapplikation zur Verfügung zu stellen. Damit können Gemeinden auf einfache Art individualisierte Zeitreihen und Visualisierungen abrufen.
Das Bundesamt für Statistik (BFS) erhebt und veröffentlicht eine Vielzahl für Gemeinden interessanter Daten. Diese stehen in unterschiedlichen Datenformaten auf der Website des BFS zur Verfügung. Davon integriert ein aktueller Prototyp Daten aus der Statistik der Unternehmensstruktur, aus der Gebäude- und Wohnungsstatistik sowie aus der Statistik der Bevölkerung und Haushalte. Zusätzlich werden Daten aus dem Historisierten Gemeindeverzeichnis eingebunden. Für die Aufbereitung werden die detailliertesten verfügbaren Daten heruntergeladen, extrahiert und in einer relationalen Datenbank gespeichert. Hier können die Daten anhand von Merkmalen wie Zeit und Gemeinde miteinander verknüpft und in Bezug gesetzt werden. Die Datenbank dient als Grundlage für die Veröffentlichung der Daten über die Website des Prototyps, wo Gemeinden individualisierte Auswertungen in Form von interaktiven Grafiken, Karten und Gemeindevergleichen abrufen können. Ein Beispiel ist in der Abbildung 1 zu sehen, wo die Altersstruktur der Gemeinde Wohlen bei Bern mit derjenigen der Stadt Bern verglichen wird. In der Grafik sind die unterschiedlichen Trends in den Altersgruppen (insbesondere 20–39 und 40–64) deutlich zu erkennen.

Ausblick

Der Prototyp zeigt, wie auf der Basis von Open Data Mehrwert erzeugt und durch IT-Unterstützung der Aufwand der Gemeinden für die Datenbeschaffung reduziert werden kann. Gemeinden müssen nicht mehr Daten aus verschiedenen Quellen und Statistiken zusammentragen und in eine geeignete Form bringen. Denn der Prototyp übernimmt diesen zeitintensiven und technisch teilweise anspruchsvollen Prozess. Aktuell suchen wir Partner, um den Prototyp zu einer nachhaltigen Lösung für Gemeinden weiterzuentwickeln.