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Technologien im Dienste der Menschen

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Neue technologische Entwicklungen lösen oft irrationale Ängste oder übertriebene Hoffnungen aus. An den Fachhochschulen hat beides keinen Platz. Hier wird an konkreten Lösungen für komplexe Probleme gearbeitet, die ins Alltagsleben hineinspielen. Für die technischen Departemente der BFH gilt es, diese Chancen zu nutzen – so die beiden Direktoren.

Die technologischen Entwicklungen wecken Hoffnungen und Ängste bei den Menschen. Wo positionieren Sie Ihr BFH-Departement in diesem Spannungsfeld?
In diesem Bereich gilt es in erster Linie Chancen zu identifizieren und die Risiken im Griff zu haben. Mit der Ausbildung bereiten wir künftige Kaderleute auf die Technologieentwicklungen vor. In der Forschung begleiten wir Wirtschaftspartner bei der Entfaltung ihres Innovationspotenzials. Im Bau werden Technologien oft mit Domotik sprich Gebäudeautomatisierung assoziiert. Dies ist sicher ein spannender Bereich, den wir – breiter gefasst als Gebäudetechnik – vermehrt mit den Kolleginnen und Kollegen des BFH-Departements TI bearbeiten sollten. Technologien am Bau dienen indes auch einer effizienteren Planung (BIM) sowie einer integrierten Produktion. Wir arbeiten intensiv an diesen Themenfeldern und realisieren die Entwicklungspotenziale mit der Industrie.

 

Prof. René Graf
«Grundsätzlich sollten Technologien einen Beitrag zu einer nachhaltigen Lebensqualität leisten. Die Themencluster «Alter», «Gesundheit» und «Mobilität» stehen hier bestimmt im Vordergrund.»

Welche «Technologie im Dienste des Menschen» gilt es in Ihren Augen besonders zu fördern?
Grundsätzlich sollten Technologien einen Beitrag zu einer nachhaltigen Lebensqualität leisten. Die Themencluster «Alter», «Gesundheit» und «Mobilität» stehen hier bestimmt im Vordergrund. An der Schnittstelle zum Bauen sollten die Fragen der Wohnqualität, der Siedlungsentwicklung und der Infrastruktur intensiv bearbeitet werden. Auch in Zukunft werden wir in Räumen leben und uns darin und ausserhalb bewegen. Neue Technologien können punktuell die relevanten Qualitäten verbessern. Technologien alleine werden dies allerdings nicht tun. Menschen, Emotionen und Kultur sollten immer im Vordergrund stehen…

Was bedeutet diese Thematik für Sie persönlich? Wo/In welchem Bereich setzen Sie Ihre ganz persönlichen Hoffnungen?
Generell finde ich es spannend, wenn wir die Fragen zu den technologischen Entwicklungen vermehrt aus einem interdisziplinären Blickwinkel betrachten. Die Digitalisierung bietet deutlich mehr Chancen, wenn sie an der Schnittstelle von Mensch, Kultur und Gesellschaft angeschaut wird, als aus der rein technologischen Ecke. In diesem Sinne bieten unsere Architektinnen und Architekten einen spannenden Zugang zu diesen Fragen. Am Beispiel der Frage des Umgangs mit Dichte im urbanen Bereich können Technologien im Dienste des Menschen sinnvoll entwickelt und integriert werden. Meine Hoffnung liegt in der stärkeren Interaktion zwischen den Disziplinen. Unser Campus in Biel wird dazu den Grundstein legen.