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BFH-Zentrum Technologien in Sport und Medizin

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Das BFH-Zentrum Technologien in Sport und Medizin betreibt Forschung und Entwicklung im Bereich der Mikrotechnologie. Im Mittelpunkt stehen die Anwendungsbereiche Leistungssport, Rehabilitation, Prävention und Medizintechnik – immer am Puls der Wirtschaft und im Dienste des Menschen.

Viele Aufgabenstellungen erfordern heute interdisziplinäre Lösungen. Deshalb bilden am neuen BFH-Zentrum Ingenieure unterschiedlicher Disziplinen, Ärzte, Fachpersonen aus Gesundheit und Physiologie sowie Trainer aus dem Leistungssport ein dichtes Netzwerk. Sie arbeiten mit Sportverbänden, medizinischen Gemeinschaftspraxen, Spitälern und KMU eng zusammen. Da die Zielgruppen sehr früh in den technologischen Entwicklungsprozess einbezogen werden, finden die neuen Technologien bei den Endkunden und Benutzern eine hohe Akzeptanz.

Unsere Kompetenzen
Das BFH-Zentrum Technologien in Sport und Medizin erforscht Mikrotechnologien wie Low Power, Mikroelektronik, optische Messverfahren, neue Sensortechnologien, Auswertungsalgorithmen, Signalverarbeitung und Bildverarbeitung. In enger Zusammenarbeit mit den direkten Anwendern im Sport und in der Medizin werden diese Technologien und Verfahren weiterentwickelt, um Spitzensportlern durch Monitoringtechnologien einen Trainingsvorsprung zu verschaffen. Zudem sollen den Ärzten neue Diagnostiktechnologien und Rehabilitationsgeräte zur Verfügung gestellt werden – mit dem Ziel, dass die körperliche und koordinative Leistungsfähigkeit im Alltag, im Beruf oder in der Freizeit gesteigert beziehungsweise erhalten oder wiedererlangt werden kann.
An der Berner Fachhochschule und an der Eidgenössischen Hochschule für Sport Magglingen EHSM konnten verschiedene Forschungsgruppen und Institute in den vergangenen Jahren umfangreiche Kompetenzen aufbauen. Mit dem BFH-Zentrum "Technologien in Sport und Medizin" werden bereits bestehende Kooperationen institutionalisiert. Damit können sich ergänzende Schlüsseltechnologien optimal zusammengeführt, weiterentwickelt und in andere Bereiche transferiert werden. Denn die Erfahrung aus zahlreichen interdisziplinären Forschungs- und Entwicklungsprojekten hat gezeigt, dass vielfach ähnliche Basistechnologien zum Einsatz kommen. In verschiedenen Gebieten sind Geräte mit extrem kleinen Abmessungen, sehr geringem Energiebedarf und möglichst hoher Autonomie gefragt. In der vorliegenden Ausgabe des hitech-Magazins stellen Autorinnen und Autoren konkrete Beispiele solcher Projekte vor.

Sport und Gesundheit
Das Institute for Human Centered Engineering HuCE der Berner Fachhochschule und die Eidgenössische Hochschule für Sport Magglingen EHSM arbeiten seit Jahren in umfangreichen Forschungsprojekten zusammen. So hat ein interdisziplinäres Team aus Trainern, Sportwissenschaftlern und Ingenieuren eine miniaturisierte Sensor-Netzwerk-Plattform für Messdatenerfassung und erste Auswertungsalgorithmen im Leistungssport entwickelt. Aus dieser Zusammenarbeit ist soeben das Start-up-Unternehmen Axiamo GmbH hervorgegangen. Vielversprechend ist auch der sporttaugliche Eyetracker, den ein Forscherteam am HuCE der Berner Fachhochschule zusammen mit dem Institut für Sportwissenschaft ISPW der Universität Bern entwickelt. Das Konzept basiert auf einer für den Sport geeigneten Sicherheitsbrille, in welche Miniaturkameras integriert werden. Damit lassen sich das Blickverhalten und dessen Auswirkungen auf das Entscheidungsverhalten in sportlichen Situationen präzis erforschen. Das HuCE und das Institute for Rehabilitation and Performance Technology IRPT arbeiten ebenfalls eng zusammen mit den Forschungsgruppen Ernährung, Pflege und Physiotherapie des Departements Wirtschaft, Gesundheit, Soziale Arbeit. Um die Selbstständigkeit von Seniorinnen und Senioren zu fördern, hat ein Team von Spezialisten aus der Pflegeforschung und Ingenieuren gemeinsam das Projekt AIDE-MOI gestartet: die Entwicklung eines Sturzdetektors, der bei einem Sturz eine Vertrauensperson über SMS und E-Mail benachrichtigt.

Medizin und Rehabilitation
Am IRPT der Berner Fachhochschule dienen Methoden und Technologien aus dem Leistungssport dazu, den Rehabilitationsprozess von Menschen nach Unfällen oder Krankheiten zu verbessern. So wurde gemeinsam mit der Partnerklinik Reha Rheinfelden ein Robotersystem entwickelt, das es Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen ermöglicht, ein Trainingsprogramm durchzuführen.
Im Rahmen eines SNF-Projekts wurde am HuCE das neuartige OCT-System HYDRA – Dual Wavelength entwickelt. Es kommt jetzt an der Hong Kong Polytechnic University zur Erforschung der Kurzsichtigkeit zum Einsatz. Am HuCE bearbeitet ein internationales Forscherteam anspruchsvolle Projekte an der Schnittstelle von Technik, Medizin und Biologie.
Als besonders spannend und herausfordernd erweist sich derzeit das Projekt WiseSkin. Ziel ist es, eine Sensorhaut für taktile Prothesen zu entwickeln. Damit sollen Menschen mit Hand- und Armamputation das Tastgefühl wiedererlangen.
Kurz vor der Markteinführung steht die portable Sehhilfe VoiSee, die am HuCE gemeinsam mit einem KMU realisiert wurde. Das innovative Gerät bietet stark Sehbehinderten eine alltagstaugliche elektronische Unterstützung.
Hohe technische Anforderungen im Bereich Energieeffizienz, Miniaturisierung und Sensorik/Signalverarbeitung werden am HuCE an die Erforschung und Entwicklung eines neuartigen Speiseröhren-EKG-Katheters gestellt, mit welchem Ingenieure zusammen mit Ärzten eine Technik für verbesserte Diagnosemöglichkeiten erforschen. Herzklappenfehler gehören zu den häufigsten Ursachen für Herzversagen. Bei der besonders komplizierten Mitralklappe ist die chirurgische Reparatur derzeit die Goldstandardtherapie. In Zusammenarbeit mit dem HuCE entwickelt die CoreMedic AG Medizingeräte für Herzklappenreparaturen, die weniger invasiv und einfach zu bedienen sind.

Master of Science in Biomedical Engineering
Schweizweit einzigartig ist der Masterstudiengang Biomedical Engineering, den die Universität Bern in Kooperation mit der Berner Fachhochschule anbietet. Dieser verschafft auch Absolventen von FH-Ingenieurstudiengängen den direkten Zugang zu einer Universität. Nach erfolgreichem Abschluss können sie sogar eine Doktorarbeit durchführen.

Ein verlässlicher und professioneller Partner
Am BFH-Zentrum Technologien in Sport und Medizin arbeiten rund 100 Forschende wie Ingenieure, Ärzte, Sportwissenschaftler, Doktoranden und Dozierende in sich ergänzenden technologischen und anwendungsorientierten Disziplinen. Wir sind nicht nur ein professioneller, sondern vor allem auch ein verlässlicher Partner in der anwendungsorientierten Forschung und Entwicklung bis hin zur Umsetzung für KMU, medizinische Praxen, Spitäler und Sportverbände.

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