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Faszination von Technik und Medizin

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Martin Grambone absolviert den Masterstudiengang Biomedical Engineering und arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institute for Human Centered Engineering HuCE der Berner Fachhochschule. Ihn faszinieren sowohl die Technik wie auch der menschliche Körper.

Martin Grambone in direktem Kontakt mit den neusten Technologien.
Foto: arteplus.ch

hitech: Wie sieht Ihr bisheriger Werdegang aus?
Martin Grambone: Mein Werdegang ist für einen FH-Ingenieur etwas atypisch, da ich keine Lehre absolviert habe. Nach der Sekundarschule habe ich die Kantonsschule in Solothurn besucht. Anschliessend habe ich ein Praktikum gemacht, um dann an der Berner Fachhochschule Elektrotechnik zu studieren. Jetzt absolviere ich an der Uni Bern das Masterprogramm in Biomedical Engineering (BME). Ich habe mich für das praxisnahe Studium an der FH entschieden, weil mir ein rein akademischer Weg zu theorielastig war.

Was hat Sie am Masterstudiengang in Biomedical Engineering gereizt?
Ich bin sehr fasziniert von zwei Bereichen: von der Technik und vom menschlichen Körper. Da der BME-Master beide Gebiete vereint, war für mich die Wahl offensichtlich. In diesem Masterprogramm treffen sich tatsächlich zwei Welten: die Technik und die Medizin. Bei den technischen Inhalten kann ich als Ingenieur auf mein gründliches Vorwissen zurückgreifen. Besonders spannend ist für mich der Schnittstellenbereich: Ich kann mich stets mit etwas Technischem beschäftigen, bewege mich jedoch in einem medizinischen Umfeld.

Wo stehen Sie derzeit?
Ich habe jetzt drei Semester des Masterstudiums absolviert und arbeite daneben als wissenschaftlicher Mitarbeiter am HuCE in Biel. Das ist interessant, weil man Vorlesungsinhalte mit eigenen Erfahrungen im Labor in Verbindung bringen kann.

An welchen Projekten arbeiten Sie konkret?
Im Rahmen verschiedener Bachelor- und Masterarbeiten wurde ein Messsystem entwickelt, um die Zuverlässigkeit und Genauigkeit des Systems zur elektrischen Impedanztomografie (EIT) der Firma Swisstom zu untersuchen. Am HuCE führen wir entsprechende Tests durch. Das Testsystem besteht aus einem Roboter und einer Software mit unterschiedlichen Algorithmen zur Auswertung, mit Bildverarbeitung usw. Die verschiedenen technischen Welten werden dann kombiniert, um ein möglichst aussagekräftiges Resultat bezüglich Zuverlässigkeit und Genauigkeit zu liefern. Die Firma liefert jeweils per Post neues Material, z.B. neue Elektrodengürtel oder die Box mit dem Auswertungsalgorithmus, und ich führe dann die Messungen durch und schreibe die Protokolle. Diesen kann die Firma entnehmen, wie zuverlässig ihre Produkte funktionieren. Zudem bin ich in das Projekt WiseSkin involviert. Dort arbeite ich momentan v.a. an der Signalverarbeitung auf Mikrocontrollerebene. Dabei spielt der Stromverbrauch eine entscheidende Rolle. Eine solche Prothese sollte mindestens einen ganzen Tag funktionieren, ohne dass man sie aufladen muss.

Wie sehen Ihre Zukunftspläne aus?
In anderthalb Jahren sollte ich das Masterstudium abgeschlossen haben. Ich bin noch nicht sicher, ob ich dann direkt eine Stelle suchen werde. Es müsste auf jeden Fall bei einer Firma sein, die sich mit elektronischen Systemen für medizinische Anwendungen befasst, z.B. mit Hörgeräten oder Herzschrittmachern. Doch ich könnte mir auch vorstellen, noch eine Vertiefung in Energietechnik zu machen. Denn die energietechnischen Aspekte faszinieren mich sehr, und diese kommen zurzeit zu kurz. Wenn ich dies mit der Medizintechnik kombinieren könnte, wäre es natürlich ideal.

Danke für das Gespräch und alles Gute!