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Mit Körpergefühl und Technologie

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In den zwölf Jahren als Spitzensportler habe ich die rasante Entwicklung neuer Technologien im Sport hautnah miterlebt. Zu Beginn meiner Bobkarriere – noch während meines Informatikstudiums in Biel – standen gerade mal ein paar Handys zur Verfügung. Auch Videoanalysen wurden eingesetzt. Die Trainingsaufnahmen, für die es noch ein aufwändiges Equipment brauchte, konnte man jedoch erst zeitversetzt im Hotel anschauen.

Heute arbeitet ein Trainer mit dem Tablet direkt vor Ort. Er kann Start- oder Bahnvideos sofort abspielen, auswerten und z.B. die Linie eines Konkurrenten einblenden.
Beim Training im Feld kommen jetzt vermehrt Technologien – Beschleunigungsmesser, Videotracking, GPS usw. – zum Einsatz, etwa um Geschwindigkeiten, Zeiten, Sprunghöhen zu messen. Und in den Spielsportarten zeigen Positionsmessgeräte, wie viel ein Spieler rennt, wie stark er beschleunigt, welche Positionen er einnimmt.
Aber auch mit Technologien in der Rehabilitation kam ich in Kontakt – dies v.a. nach meinem Achillessehnen- Teilriss direkt vor den Olympischen Spielen in Sotschi 2014. So führten wir Messungen von Kontraktionsgeschwindigkeiten der Muskeln durch, um den Heilungsprozess zu verfolgen. Auch Tests auf Kraftmessplatten waren für das Aufbautraining hilfreich. Dank früheren Leistungsdiagnostiktests in Magglingen standen Vergleichswerte des gesunden Zustands zur Verfügung. Das Wichtigste ist aber immer noch, zu spüren, was für den eigenen Körper gut ist. Doch ist es wertvoll, das eigene Körpergefühl mit Messwerten zu vergleichen und seine Wahrnehmungen bestätigt zu erhalten.
Nach Abschluss meines Masterstudiums in Spitzensport hoffe ich, verschiedene Bereiche zusammenzubringen: die Erfahrung als Spitzensportler, die technischen und sportwissenschaftlichen Aspekte sowie die Managementskills – so wie dies im neuen BFH-Zentrum auch angestrebt wird.

Herzlichst
Thomas Lamparter