"banner top"

VoiSee Markteinführung in Sicht

Download

Unsere innovative portable Sehhilfe VoiSee bietet stark Sehbehinderten eine alltagstaugliche elektronische Unterstützung. VoiSee wird voraussichtlich noch in diesem Jahr von der Firma Reber Informatik und Engineering GmbH in einer Kleinserie produziert und auf den Markt gebracht.

In der Ausgabe des hitech-Magazins vom Juni 2013 berichteten wir von unserer elektronischen Sehhilfe Voi- See, die vom Institute for Human Centered Engineering HuCE unter der Leitung der Professoren Jörn Justiz und Volker Koch in Zusammenarbeit mit der Firma Reber Informatik und Engineering GmbH entwickelt wurde. Sie ermöglicht Patienten mit der Krankheit «Altersbedingte Makuladegeneration» (AMD), ausser Haus wichtige Texte wie Produktbeschriftungen im Supermarkt oder Abfahrtstafeln am Bahnhof lesen zu können. Unser Gerät ist im Gegensatz zu grossen stationären Lesegeräten so kompakt, dass AMD-Betroffene es jederzeit im Alltag mitführen und bei Bedarf einsetzen können. Gleichzeitig bietet es einen riesigen virtuellen Bildschirm (vergleichbar mit einem 53-Zoll-Monitor, der aus 1 m Entfernung betrachtet wird) und eine starke Vergrösserung. Dies sind unabdingbare Voraussetzungen bei dieser Art von Sehbehinderung, die das Zentrum des scharfen Sehens zerstört, sodass Patienten nur noch mit der Peripherie, und damit wesentlich unklarer, sehen können.
Mittlerweile kann das Projekt einige Erfolge vorweisen. So wurden wir als eines der drei besten Medizintechnikprojekte des Jahres 2013 von der KTI nominiert und durften das Projekt vor grossem Publikum am CTI-Medtech Event präsentieren. VoiSee stand ebenfalls im Mittelpunkt einer Präsentation des Präzisionsclusters anlässlich des World Medtech Forum Lucerne 2013, und am BFH-Tag 2014 wurde es als exemplarisches F&EProjekt zum Thema «Interdisziplinarität» vorgestellt.
Da wir bei unseren ersten Patiententests erfahren hatten, dass das Gerät teilweise noch als recht gross empfunden und dies von vielen Patienten als kritischer Punkt betrachtet wurde, stand bei der Weiterentwicklung des Geräts eine Grössenreduzierung im Vordergrund. Schliesslich konnte durch eine spezielle Optik sowie weitere Anpassungen die Abmessungen noch einmal erheblich reduziert werden. VoiSee ist jetzt nur noch ca. 9,5 cm × 8,5 cm × 5 cm gross und passt damit sogar in die Hosentasche. Ebenfalls wurden in Zusammenarbeit mit Studierenden der HE-Arc im Studiengang Industriedesign die Ergonomie und die Form des Geräts verbessert. So ausgerüstet nimmt unser Industriepartner optimistisch Kurs auf eine erste Kleinserie, die in diesem Jahr produziert werden soll. Erklärtes Ziel von CEO André Reber ist es, VoiSee noch im Jahr 2015 auf den Markt zu bringen, wobei die ersten Auslieferungen voraussichtlich 2016 erfolgen werden.
Nicht verschwiegen werden sollen hier aber auch die Schwierigkeiten, die eine kleine Firma hat, für solch ein innovatives Produkt Investoren zu finden. Hier gibt es in der Schweiz sicher noch Nachholbedarf gegenüber anderen Ländern.

Das VoiSee-Team (v.l.n.r): Prof. Dr. Jörn Justiz, Prof. Dr. Volker M. Koch, Manuel Mosimann (HuCE), Christoph von Wartburg (Bachelorstudent).
Foto: arteplus.ch