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Dencity – Verdichtung und Städtebau

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Das revidierte Raumplanungsgesetz fordert, das Siedlungsflächenwachstum einzudämmen und die Siedlungsentwicklung nach innen anzustreben. Die Zersiedelung soll gebremst, das Kulturland besser geschützt werden. Die Bevölkerung soll bodensparend weiterwachsen. Ziele dieser Revision sind der Schutz der Landschaft und der Erhalt der Schweiz als attraktiver Wohn- und Arbeitsort.

Die Gemeinden müssen ihre Planungsinstrumente dem revidierten Raumplanungsgesetz anpassen. Eine Herausforderung in der qualitätsvollen Innenverdichtung liegt in der Kommunikation der Qualitäten von dichten Lebensräumen.

Dencity, der Kompetenzbereich
Urbane Entwicklung und Mobilität der Berner Fachhochschule Architektur, Holz und Bau BFH-AHB, agiert als Plattform für attraktive Siedlungsentwicklung und setzt den Fokus auf die Entwicklung nachhaltiger Konzepte und Strategien rund um die innere Verdichtung von Stadt- und Agglomerationsräumen. Grossen Wert legt Dencity dabei auf eine ganzheitliche Betrachtung und Bearbeitung der Problematik. Gesellschaftliche und kulturelle Aspekte, wie Fragen zu Identität, Akzeptanz und Kommunikation politischer wie räumlicher Entwicklungen spielen dabei eine ebenso wichtige Rolle wie ökonomische oder ökologische Aspekte rund um den Umgang mit Ressourcen und eine effiziente Nutzung von Energie und Mobilität. Gemeinsam mit internen und externen Partnern und Fachspezialisten erarbeitet das Dencity-Team anwendungsorientierte Lösungen, die sich unmittelbar im Markt integrieren lassen und zu einer attraktiven Gestaltung unseres Lebensraums beitragen.

Das Dencity-Team: hinten, v. l. n. r.: Simon Gilgen, Michael Walczak, Marco Ryter, Corinna Gwerder, William Fuhrer; vorne: Joachim Huber

Fiktiver Stadtrundgang durch Biel-Nidau 2032
Wir besteigen den Zug in Bern und treffen nach 15 Minuten in Biel ein. Wie vor 30 Jahren, anlässlich der Expo.02 in Biel, geht es nicht ins Herz von Biel nach rechts, sondern nach links ins neue Stadtzentrum des fusionierten Biel-Nidau. Hier pulsiert eine dichte Stadt, «a dense city» – Dencity. Rund um den Robert-Walser-Platz vermischen sich Pendler und Studierende des Biel-Nidauer Bildungsclusters, bestehend aus BFH-Campus, Berufsschule und InnoCampus. Die ehemalige GM-Autofabrik ist weitergebaut und dient als multifunktionales Quartierparkhaus neben dem Bahnhof. Die Häuser sind grossstädtisch, dichter, höher und dominanter als vis-à-vis im alten Bieler Zentrum – Dencity. Vom Robert-Walser-Platz schlendern wir in die Dr.-Schneider-«Ramblas». Hier finden wir als Pavillons die Dépendance der Bieler Brasserie La Rotonde. Es trifft sich ein bunter Mix: Jeunesse-Dorée, Multikulti, Künstlerinnen, Forscher und Ingenieurinnen, Studierende – Dencity.
Die neuen städtischen Marker haben Betriebsamkeit ausgelöst. Viele Zwischennutzungen in Reichweite, wie die «Lago Lodge» (Bistro-Auberge-Brasserie), haben sich provisorisch etabliert und generieren Vitalität. Leichtigkeit liegt in der Luft, man nimmt in Echtzeit teil an einem Verdichtungsspiel – Dencity.
Sogenannte pocket parks (Miniaturgrünräume) wechseln sich mit interaktiven Begegnungszonen ab. Seitenstrassen eröffnen Einblicke in die neuen Quartiere. Unterschiedliche Mixturen existieren neben einander, an jeder Ecke riecht es anders, hat es andere Geräusche und Farben. Plötzlich sehen wir durch die neuen Wohnzeilen hindurch den See. Dort zieht es uns hin. Es ist Segelwetter. Wir drehen uns und sehen die Stadt mit dem Jura als Hintergrund. Es geht zurück zum Bahnhof. Und weiter mit der Swissmetro nach Genf.

Projektskizzen des Kompetenzbereichs Dencity

Nutzungskoordination<br />zum Vergrössern klicken
Quartieridentität<br />zum Vergrössern klicken
Verdichtungsspiel<br />zum Vergrössern klicken

Nutzungskoordination
Unter Einbezug verschiedener Entscheidungsträger und Interessengruppen definiert Dencity die Potenziale, die durch das Zusammenkommen bestehender und neuer Quartierinfrastrukturen und Nutzungen entstehen können. Die Ergebnisse werden in einem gemeinsamen Stadtlabor erarbeitet und kommuniziert.

Quartieridentität
Ziel dieses Projekts ist es, die Identitäten innerhalb des Quartiers zwischen Biel und Nidau zu stärken oder auch neu zu definieren. Aus diesem Prozess entwickelt Dencity ein funktionierendes Planungswerkzeug für die Planung und Nutzung künftiger öffentlicher und halböffentlicher Räume innerhalb von Quartierstrukturen.

Verdichtungsspiel
Eine Sensibilisierung der Bevölkerung für eine qualitätsvolle Verdichtung trägt dazu bei, Kommunikationsprozesse mit der Bevölkerung zu verbessern und damit langfristig die Akzeptanz für eine verdichtete Stadt zu erhöhen. Dencity entwickelt ein Spiel, das Menschen mit der Denkweise der verdichteten Stadt vertraut macht und so zum Abbau von Ängsten und Vorurteilen führen wird.