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Brandsicherheit – kein Spiel mit dem Feuer

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Mit ihren seit 2015 geltenden innovativen Brandschutzvorschriften ist die Schweiz im europäischen Raum eines der fortschrittlichsten Länder in dieser Disziplin. Aufgrund positiver Erfahrungen mit dem Brandverhalten von Holz wurden materielle und konstruktive Einschränkungen grössten­teils beseitigt.

Mit dem Speer in der Hand ging der frühe Mensch zur Jagd. Nach seiner Rückkehr in die Dorfgemeinschaft wurde regelmässig ein Fest gefeiert – am Feuer, das neben Licht auch Wärme spendete. Die Feuerstelle war also ein Ort der Zusammenkunft. Das Thema lässt sich in fortschreitend bequemer und sicherer Form bis in die Neuzeit finden. Die offenen, auf Stampflehm oder geziegeltem Boden angelegten Feuerstätten rückten an die Wand. Nach getaner Arbeit versammelte sich die Familie im Halbkreis davor.

 

Die aktuellen Schweizer Brandschutzvorschriften gelten als die innovativsten und fortschrittlichsten Anforderungen innerhalb des Brandschutzes. Sie sind wegweisend.
Volker Nees 

Demgegenüber standen und stehen Brände unkontrollierten Ausmasses, die im Lauf der Jahre neben Landschaften ganze Städte zerstört haben. Als Folge der Stadtbrände im Mittelalter wurden Präventionsmassnahmen festgelegt und deren Umsetzung per Gesetz verordnet. Eine der ersten erlassenen Brandschutzvorschriften betraf die Brandmauer, die ein unkontrolliertes Ausbreiten eines Feuers auf Nachbargebäude verhindern sollte.

Vom Feuer zum Brand
Sobald das Feuer seinen ihm zugedachten Ort verlässt und sich unkontrolliert ausbreitet, handelt es sich um ein Schadenfeuer bzw. einen Brand. Um die Sicherheit der Bewohner und Nutzerinnen von Gebäuden zu gewährleisten, gilt es, eben diese Brände zu vermeiden. Der Brandschutz ist eine wichtige Aufgabe des Baumeisters. Aus dem einstigen Baumeister haben sich voneinander getrennte Berufsgruppen entwickelt – jene der Architekten sowie der Bauingenieure. Beide Gruppen berücksichtigen den vorbeugenden Brandschutz frühzeitig in ihrer Planung. Denn Brandschutz bedeutet Sicherheit und diese ist ein Grundbedürfnis.
Damit der Brandschutz als Fachdisziplin nicht für andere Mängel herhalten muss, ist es unumgänglich, dass auch der planende Architekt die Brandsicherheit bereits in der Entwurfsphase berücksichtigt. Die Kenntnis der VKF-Brandschutzvorschriften favorisieren die Genehmigung eines Bauprojekts durch die Brandschutzbehörde.

Fünf Brandschutzziele
Schweizweit gilt es, fünf Schutzziele hinsichtlich der Sicherheit eines Gebäudes zu erfüllen. Gebäude müssen über ihren Lebenszyklus so funktionieren, dass

  • die Sicherheit von Personen gewährleistet ist,
  • der Entstehung von Bränden und Explosionen vorgebeugt wird und die Ausbreitung von Flammen, Hitze und Rauch begrenzt wird,
  • die Ausbreitung von Feuer auf benachbarte Bauten und Anlagen begrenzt wird,
  • die Tragfähigkeit eines bestimmten Zeitraumserhalten bleibt,
  • eine wirksame Brandbekämpfung vorgenommen werden kann und die Sicherheit der Rettungskräfte gewährleistet ist (VKF Brandschutznorm 1–15, Art.8).

Europaweit gelten nahezu die gleichen brandschutztechnischen Schutzziele.

Die aktuellen Brandschutzvorschriften VKF favorisieren den mehrgeschossigen Holzbau – im Bild die Schweizer Jugendherberge in Saas­Fee.

Gleiches Ziel, abweichende Auslegung
Trotz klarer Vorgaben innerhalb der Richtlinien der verschiedenen europäischen Länder, die alle identische Schutzziele anvisieren, ergeben sich – bedingt durch ein mögliches Spektrum zur Auslegung – weit voneinander abweichende Ergebnisse. Die Schweiz weist seit 2015 Brandschutzvorschriften auf, die als die innovativsten und fortschrittlichsten Anforderungen innerhalb des Brandschutzes gelten. Diese sind wegweisend und können eine gute Vorlage für andere Staaten sein.

 

Brandschutz – ein Steckenpferd der BFH: die Weiterbildungsangebote im Überblick

Die aktuellen Brandschutzvorschriften VKF favori­sieren vielfältige Einsatzmöglichkeiten von Holz. Dadurch erhöhen sich die Nachfrage nach qualifizier­ten Fachpersonen und die Anforderungen an diese. Eine solide Ausbildung wird deshalb noch wichtiger. Um den hohen Ausbildungsbedarf zu decken, bietet die BFH gemeinsam mit ihren Partnern (Lignum Holzwirtschaft Schweiz, Schweizerische Bauschule Aarau, Schweizer Holzbau, Schweizerischer Ingeni­eur­ und Architektenverein sia) massgeschneiderte Weiterbildungen im Bereich Brandsicherheit an:

  • Modulkurse Brandsicherheit im Holzbau. Sie bieten grundlegendes Wissen über Themen der aktuellen Brandschutzvorschriften.
  • CAS Brandschutz im Holzbau. Dieser Weiterbil­dungsstudiengang bereitet Mitarbeitende von Ingenieur­ und Planungsbüros im Holzbau auf die Prü­fung Brandschutzfachmann VKF vor.
  • CAS Brandschutz für Architektinnen und Architek­ten. Dieses CAS bereitet Architektinnen und Archi­tekten auf die Prüfung Brandschutzfachmann VKF vor.