Campus Biel-Bienne - Ein Leuchtturm für die BFH

November 2015

Mit dem vorliegenden Wettbewerbsresultat erhält die Berner Fachhochschule BFH in Biel/Bienne erstmalig einen Standort mit Ausstrahlung nach innen und aussen.

Bei der Bewilligung des Projektierungskredits für den Campus Biel/Bienne (CBB) bescheinigten die Mitglieder des Grossen Rates dem Projekt einen «Leuchtturmcharakter ». Allerdings strahlt dieser Leuchtturm nicht nur von innen, sondern auch von aussen. Dieser Doppeleffekt basiert einerseits auf der Innovationskraft der gemeinschaftlichen Nutzung der Immobilie durch BFH-AHB und BFH-TI und andererseits auf seiner architektonischen Gestaltung. Da der Baukredit knapp bemessen ist, erfreut das Resultat des Wettbewerbs umso mehr.

Was zeichnet das Siegerprojekt aus?

Im Sommer 2015 hat ein Wettbewerb stattgefunden. Das Projekt der pool-Architekten aus Zürich überzeugte die Städteplaner und die Nutzenden mit seiner Eingliederung in das Stadtbild und seinem überaus flexiblen Grundriss. Die eingestülpte Blockrandbebauung erinnert an ein Kleeblatt (franz. «trèfle») und bietet überaus spannende Ein- und Ausblicke. Die Anordnung der Büroflächen und Labore im Mantel und der Seminarräume im Kern lenkt das Augenmerk auf die Studierenden. Im Grundriss überzeugt der Entwurf durch die Schaffung von thematisch konzentrierten «Inseln» von Büros, Laboren und Praktikaräumen sodass Heimaten gebildet werden können. In den Knotenpunkten der Verkehrsflächen sind Lounges und Pausenräume angeordnet, damit der informelle Austausch zwischen den Mitarbeitenden untereinander sowie zwischen den Mitarbeitenden und den Studierenden gefördert wird. Zudem steht eine Vielzahl an studentischen Arbeitsplätzen zur Verfügung, um das Gebäude auch ausserhalb der regulären Vorlesungszeiten zu bespielen. Der vorliegende Entwurf bietet also eine gute Grundlage, um weitere Projektierungsschritte einleiten zu können.

Was erreichen wir mit einer gemeinschaftlich genutzten Liegenschaft?

Stetige Veränderungen der einzelnen organisatorischen Einheiten sowie steigende Zahlen an Studierenden erfordern flexibel unterteilbare Räumlichkeiten. Die von den Architekten gewählte Gebäudetiefe lässt es zu, dass Seminarräume und Büroflächen je nach Bedarf vergrössert oder verkleinert werden können. Zudem ist eine Umwandlung von Büros in Seminarräume (und umgekehrt) baulich einfach möglich. Dasselbe gilt für Praktikaräume, die zu Laboren umfunktioniert werden können. Die Anforderungen an die Flexibilität sind nur bei einem grossflächigen Grundriss gegeben. Die Zusammenlegung der Flächen von BFH-AHB und BFH-TI in einem Neubau gewährleistet dies und bietet für die BFH eine hohe Qualität in der Weiterentwicklung.

Wie gestaltet sich die Mitwirkung der BFH in der Projektierung?

Der Kanton Bern (Amt für Grundstücke und Gebäude) ist federführend bei dem Projekt Campus Biel/Bienne und für dessen Planung und Realisierung zuständig. Die BFH hat innerhalb der vergangenen drei Jahre ihre Bedarfsermittlung (Abschlussberichte CBB) unter dem Lead der Abteilung Immobilienmanagement eingebracht. Die Herausforderung bestand darin, alle Interessen aufeinander abzustimmen und den Bedarf zu formulieren. Da die BFH lediglich die Rolle der künftigen Nutzerin und Betreiberin wahrnimmt, ist die Mitwirkung im Laufe der Projektierung immer kleiner. In Zukunft wird es noch anspruchsvoller, die Nutzerinteressen der BFH im Projekt zu vertreten, da ein grosser Zeit- und Budgetdruck besteht. Mit dem im Wettbewerb gewählten Generalplanerteam konnten jedoch im Hochschulbau erfahrene Leute gewonnen werden.

Wie geht es weiter?

Mithilfe der Ausschreibungsunterlagen des Wettbewerbs und der Abschlussberichte der BFH wurde ein erster architektonischer Entwurf erstellt. Für einige Anforderungen haben die Architekten gute oder sehr gute Lösungen gefunden. Bei anderen Themen gilt es, Verbesserungen anzustreben. Realistisch gesehen wird man nicht alle Ansprüche der BFH umsetzen können. In den nächsten Bearbeitungsschritten sind somit Schwerpunkte zu setzen. Das Team rund um pool Architekten wird in den nächsten Monaten einen Abgleich mit dem Abschlussbericht der BFH vollziehen und anschliessend das Vorprojekt starten. Nach der Ausarbeitung des Bauprojektes folgt eine ca. dreijährige Realisierungsphase, sodass die BFH das Objekt voraussichtlich 2021 beziehen kann. Die BFH ist eingeladen, an den Projektierungs- und Ausführungsarbeiten teilzunehmen, damit der Nutzerausschuss in den kommenden Schritten weiterhin eingebunden sein wird. Innerhalb der BFH werden wir bis Mai 2016 das Volumen der Erstausstattung verifizieren. An den heute vorliegenden Ergebnissen haben rund 70 Projektbeteiligte von BFH-AHB und BFH-TI erfolgreich mitgewirkt. Als BFH-Projektleiterin des Projektes Campus Biel/Bienne möchte ich mich herzlich für die Mitarbeit der einzelnen Personen von BFH-AHB und BFH-TI sowie bei der Erziehungsdirektion für die Unterstützung bedanken. Wir sind auf Kurs!

Martina Hefele
Betriebsprojektleiterin Campus Biel/Bienne, Leiterin Immobilienmanagement BFH