Neuartige Krebs-Immuntherapie startklar

24. Februar 2020
Februar 2020

Ein innovatives Medikament wird bald in Schweizer Spitälern durchstarten. Das neue Heilmittel aktiviert das Immunsystem und ermöglicht es ihm, Tumore und ihre Metastasen im Körper zu finden und zu bekämpfen. Die Tumorzellen werden im Patienten zerstört, und die Zellreste werden dazu verwendet, das Immunsystem gegen den Krebs zu trainieren und damit sozusagen zu impfen.

In den letzten Jahrzehnten wurden in der Bekämpfung von Krebs bedeutende Fortschritte erzielt. Die Immunonkologie gewann an Bedeutung, und neue Krebs-Immuntherapien wecken heute ermutigende Hoffnungen, dass damit der Krebs langfristig in Schach gehalten oder sogar geheilt werden kann. Das führte zu einer Flut von neuen Medikamenten, doch eine wirklich sichere und wirksame Behandlung von Krebserkrankungen, die bereits Metastasen gebildet haben, gibt es noch nicht. Das junge Unternehmen IPS Biopharma AG mit Sitz in Biel steht nun mit einem solchen Medikament in den Startlöchern.

Erfolgreiche Kombination

Fast so schnell, wie die Popularität der Krebs-Immuntherapie wuchs, entstand das Konzept der Kombinationsbehandlungen. Heute gilt die Kombination von verschiedenen Immuntherapien miteinander und mit tumorlösenden Eingriffen als einer der wahrscheinlichsten Wege, um den Krebs am effektivsten zu bekämpfen. IPS Biopharma AG leistet hier zusammen mit Immunophotonics Inc. Pionierarbeit. Das von Immunophotonics entdeckte injizierbare Kohlenhydratpolymer IP-001 ist in der Lage, eine Immunantwort gegen Krebs auszulösen, und zwar in Kombination mit der Tumorablation, bei der Tumore zum Beispiel mittels Laser, Mikrowelle oder Kälte zerstört werden. Die Injektion von IP-001 wandelt diese Ablation in eine systemisch aktive Krebsimmuntherapie um. IP-001 fängt tumoridentifizierende Antigene ein, gibt sie an das Immunsystem ab und löst damit eine starke Antwort der T-Zellen aus, die zu einem systemischen Angriff auf den Krebs im gesamten Körper führt. Die Behandlung ist in der Schweiz zurzeit in einer Testphase. Swissmedic genehmigte kürzlich eine multizentrische klinische Studie der Phase I/II, die zusammen mit der Schweizerischen Gruppe für Klinische Krebsforschung (SAKK) entwickelt wurde.
Ablatierte Krebszellen setzen Antigene frei.

Switzerland First

Die Schweiz ist damit im Zulassungsprozess für IP-001 weltweit führend. Möglich wurde das dank der lokalen Innovationskultur und der aktiven Unterstützung durch die Stiftung für technologische Innovation (STI), den Kanton Bern und Investoren. Für IPS Biopharma AG ist das eine hervorragende Ausgangslage, um mit viel Innovationsgeist weitere Fortschritte zu erzielen. Neben der erwähnten klinischen Studie geht es darum, weitere Kombinationen mit anderen Krebsbehandlungen zu finden. Synergien mit bestehenden Immuntherapien wurden bereits identifiziert, Kooperationen mit Unternehmen, die in den Bereichen Checkpoint-Inhibition und Zelltherapie tätig sind, werden voraussichtlich zu weiteren neuartigen, klinisch relevanten Kombinationen führen. Das sind erfreuliche Nachrichten für Patienten und für den Innovationsstandort Biel.

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