Wenn Tradition auf Innovation trifft

31.05.2021
Juni 2021
  • Focus

Fussball sei die wichtigste Nebensache der Welt, heisst es im Volksmund. Für Pascal Wertli, Jonas Burkard und Pascal Zaugg war das lange Zeit auch so. Bis beim FC Rüttenen der Anpfiff für ein Projekt ertönte, welches das Leben der drei Hobbykicker verändern sollte. Doch erst einmal der Reihe nach.

Das Clubhaus des 1936 gegründeten FC Rüttenen hatte schon bessere Tage gesehen. Der Verein lancierte darum im Jahr 2014 ein «Jahrhundertprojekt»: einen Neubau. Von Anfang an war dabei klar, dass ein grosser Teil der Arbeiten von den Mitgliedern in Fronarbeit geleistet werden sollte. Hier kamen Pascal Wertli, Jonas Burkard und Pascal Zaugg ins Spiel. Die drei jungen, bereits berufserfahrenen Zimmerleute erwiesen sich als wertvolle Stütze bei der Umsetzung des Vorhabens.

«Wir arbeiteten von Anfang an Hand in Hand zusammen. Daraus entwickelte sich eine äusserst positive Dynamik, weil alle mit der gleichen Grundeinstellung ans Werk gingen», erinnert sich Pascal Wertli. So entstand die Idee, den beruflichen Weg gemeinsam fortzuführen. Im Sommer 2015 folgten dieser Idee Taten: Es wurden Strategien und Businesspläne geschmiedet, Ziele gesteckt, Chancen und Risiken ausgelotet – bis am 1. Januar 2016 die Jura Holzbau AG an den Start gehen konnte.

Fachkräftestarkes KMU

Heute beschäftigt das Unternehmen im solothurnischen Zuchwil 16 festangestellte Mitarbeiter*innen: Zimmerleute, Schreiner*innen, Techniker*innen – allesamt bestens ausgebildete Fachleute. «Wir sind ein Team mit verschiedenen Stärken und Charakteren, die sich optimal ergänzen», sagt Pascal Wertli. «Dabei sind uns die Traditionen und Werte der Zimmermannsarbeit sehr wichtig; wir kombinieren sie mit aktuellem Wissen und können dadurch für die gestellten Aufgaben die jeweils beste Lösung erarbeiten.»

Wie bei jedem Jungunternehmen gestalteten sich die ersten Schritte in der Selbstständigkeit auch bei der Jura Holzbau AG nicht nur einfach. «Unser grosses Glück war, dass wir rasch einen Firmenstandort fanden und das Gebäude einer ehemaligen Schreinerei in Miete übernehmen konnten», erzählt Wertli. Allerdings fehlte der gesamte Maschinenpark. «Um die hohen Investitionskosten tragen zu können, gründeten wir eine Aktiengesellschaft, deren Kapital vornehmlich zur Beschaffung der nötigen technischen Infrastruktur eingesetzt wurde – auf dem Occasionsmarkt. Wir haben aus diesem Grund nicht die modernsten Maschinen. Der Ausführungsqualität unserer Arbeit tut das allerdings überhaupt keinen Abbruch.»

Referenzbauten der Jura Holzbau AG  – Neu- und Umbauten 

Qualität ist das höchste Ziel

Qualität ist denn auch das höchste Ziel der Jura Holzbau AG. Pascal Wertli: «Weil wir keine alteingesessene Firma sind, die sich auf einen langjährigen guten Ruf abstützen kann, müssen wir bei jedem Auftrag von Anfang an zu hundert Prozent punkten. Das bedeutet, dass wir bei der Qualität die Latte extrem hoch ansetzen.» Dazu gehört unter anderem das Bestreben, jede Baustelle von der planenden Person persönlich betreuen zu lassen. Das sichert vor Ort eine hohe Kompetenz, und die Entscheidungswege bleiben kurz. Ein wichtiger Erfolgsfaktor ist auch die Aus- und Weiterbildung des Teams. Pascal Wertli selbst schloss als Ergänzung zur Berufslehre ein Studium als Techniker HF mit Vertiefung Holzbau an der Höheren Fachschule Holz Biel ab und absolviert aktuell die Weiterbildung Handwerker/in in der Denkmalpflege mit eidg. Fachausweis FA an der BFH.

Alles in allem ist es der Jura Holzbau AG seit der Gründung 2016 gut gelungen, in der Region Fuss zu fassen. Zufriedene Kund*innen und interessante Bauten zeugen davon. Mit dem Label «Schweizer Holz» zertifiziert, setzt die Firma zudem auf nachhaltigen, ökologischen Holzbau – nicht als Gebot der Stunde, sondern aus Überzeugung. «Holz ist unsere Leidenschaft», bekräftigen die drei Gründer ... nebst Fussball, versteht sich.

Pascal Wertli
Mitglied Geschäftsleitung, Jura Holzbau AG